Arles- Fotofestival
Arles liegt an der Rhône im Herzen der Provence und gehört zu den Orten, an denen Geschichte allgegenwärtig ist. Beim Spaziergang durch die Altstadt begegnet man römischen Bauwerken, kleinen Plätzen, alten Kirchen und Häuserfassaden, die von Jahrhunderten erzählen. Das berühmte Amphitheater erinnert daran, welche Bedeutung die Stadt schon in der Antike hatte. Viele Besucher wissen außerdem nicht, dass Arles flächenmäßig die größte Gemeinde des französischen Mutterlandes ist.
Wer zum ersten Mal durch die Altstadt läuft, spürt schnell, dass Arles mehr ist als ein klassisches Reiseziel in der Provence. Zwischen römischen Mauern, historischen Gebäuden und kleinen Gassen entfaltet die Stadt ihren ganz eigenen Rhythmus. Die Vergangenheit ist präsent, aber Arles lebt im Heute.
Besonders gerne reisen wir während der Rencontres d’Arles an, dem internationalen Fotografiefestival, das jeden Sommer Besucher aus aller Welt in die Provence lockt.
Während des Festivals bleibt die Fotografie nicht in Museen oder Ausstellungshallen. Sie zieht durch die ganze Stadt.
Man entdeckt Ausstellungen in ehemaligen Industriegebäuden, in Kirchen, Innenhöfen und historischen Gebäuden. Selbst Orte, an denen man Kunst kaum erwarten würde, werden Teil des Festivals. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir eine Ausstellung im Obergeschoss des Monoprix nahe des Kreisverkehrs am Bahnhof. Unten kaufen Menschen ihren Alltag ein, oben betrachten Besucher zeitgenössische Fotografie. Solche Momente begegnen einem in Arles ständig.
Bei einem anderen Besuch fanden wir uns plötzlich in einer Kirche wieder, in der eine Videoinstallation gezeigt wurde. Die alten Mauern, das Licht und die moderne Kunst schufen eine Atmosphäre, die lange nachwirkte.
Was mich dabei immer wieder beeindruckt, sind die Menschen, die das Festival mittragen.
An den Informationsständen sitzen häufig freiwillige Helferinnen und Helfer, viele davon bereits im Rentenalter. Sie begrüßen Besucher freundlich in mehreren Sprachen, beantworten Fragen, geben Empfehlungen und händigen die Festivalpässe aus. Man spürt sofort, dass die Rencontres d’Arles nicht nur ein internationales Kulturereignis sind, sondern auch ein Teil des Lebens in der Stadt.
Während des Festivals begegnet man nicht nur Fotografen und Künstlern. Auch viele Kreative aus anderen Bereichen zieht es nach Arles. Freunde von uns aus Paris gehören dazu. Mit ihrem Projekt PhamilyFirst beziehen sie für einige Wochen eine kulinarische Residenz und übernehmen zeitweise Restaurants in der Stadt. Gemeinsam mit seiner Schwester kocht Julien dort für Gäste aus aller Welt. Seine Schwester Celine wurde bereits für ihre Arbeit ausgezeichnet.
Entstanden ist ein Konzept, das perfekt zu Arles passt: Menschen kommen zusammen, tauschen Ideen aus, essen gemeinsam und genießen die besondere Atmosphäre des Sommers.
Überhaupt gehört die Kulinarik für uns genauso zu Arles wie die Fotografie. Nach einem langen Tag voller Ausstellungen sitzt man auf einem Platz, bestellt ein Glas Rosé, beobachtet das Treiben und kommt mit Menschen ins Gespräch, die oft aus ganz unterschiedlichen Ländern angereist sind.
Arles im Sommer ist schwer in Worte zu fassen.
Die Stadt wird zur Bühne, zur Galerie, zum Treffpunkt. Und manchmal bleibt am Ende nur ein Gedanke: einfach selbst hinfahren und erleben – es ist berauschend.
https://www.rencontres-arles.com/en von 06.Juli- 4.Oktober 2026