Le Marais – zwischen Geschichte und Gegenwart

Das Le Marais wird oft als eines der „trendigen Viertel“ in Paris beschrieben.

Wenn ich dort unterwegs bin, denke ich jedoch weniger in Trends – sondern in Schichten.

Alte Fassaden stehen neben modernen Galerien, kleine Innenhöfe öffnen sich plötzlich hinter unscheinbaren Türen, und dazwischen liegt dieses ständige Wechselspiel aus Vergangenheit und Gegenwart. Nichts davon verdrängt das andere, alles existiert gleichzeitig.

Ich habe dort oft das Gefühl, durch mehrere Epochen und Lebenswelten zugleich zu gehen – ganz ohne Brüche. Mittelalterliche Strukturen, die Geschichte der jüdischen Gemeinschaft, die starke Präsenz der LGBTQ+-Community in Paris und dazwischen die Kirche Saint-Paul, die ruhig und selbstverständlich im Viertel steht.

Was mich daran immer wieder fasziniert: Das wirkt nicht wie ein Nebeneinander, das sich arrangieren musste, sondern wie ein gewachsenes Miteinander. Nichts wirkt erklärungsbedürftig vor Ort – es gehört alles selbstverständlich zum selben Stadtraum.

Und genau das macht es für mich so besonders: Es ist kein Ort, den man „abhakt“, sondern einer, den man immer wieder neu entdeckt.

Weiter
Weiter

Cafés in Paris