Die Sommerfrische der Pariser

Im August fahre ich wieder nach Deauville. Mit Alexandra.

Wir kennen uns länger, als wir erwachsen sind, und es gibt nur wenige Menschen, mit denen sich Jahre anfühlen können wie ein einziges fortlaufendes Gespräch.
Ich freue mich auf den Zug ab Saint-Lazare, auf die ersten normannischen Häuser hinter den Fenstern und auf diesen kleinen Moment der Ankunft, wenn die Luft plötzlich nach Meer riecht und Paris schon erstaunlich weit weg wirkt.

Deauville und Trouville gehören seit Generationen zur Sommergeschichte der Pariser. Zwei Stunden im Zug genügen, und aus Boulevards werden Strandpromenaden, aus Métro-Geräuschen Möwen und Wind.
Die beiden Orte liegen sich direkt gegenüber und haben doch ganz unterschiedliche Temperamente.

Deauville trägt seine Eleganz mit großer Selbstverständlichkeit: die Villen, die Planches, das Filmfestival und die Erinnerung an die große Zeit der französischen Seebäder.
Trouville wirkt unmittelbarer und maritimer, mit seinem Hafen, dem Fischmarkt und der angenehmen Unaufgeregtheit eines Ortes, der niemandem etwas beweisen muss.
Ich mag dieses Wechselspiel.
Ein Kaffee hier, ein Spaziergang dort, zwischendurch immer wieder das Meer und dieser weite normannische Himmel, der ständig seine Farbe verändert.

Und ich freue mich darauf, all das mit Alexandra zu teilen – mit einer Freundin, die fast mein ganzes Leben kennt. Unsere Freundschaft ist längst an dem Punkt angekommen, an dem sie keine großen Gesten mehr braucht.
Ein Glas Wein, das Meer vor uns und Gespräche, die einfach dort weitermachen, wo sie beim letzten Mal aufgehört haben, reichen vollkommen aus.
Gare Saint-Lazare - Deauville/Trouville: 2:13h ab 20 Euro.

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Paris im Juli